Kreuzkümmel beruhigt den Darm und spendet Energie

Kreuzkümmel, auch Cumin, Jeera, Jira, orientalischer oder türkischer Kümmel genannt, ist ein wundervolles Gewürz, welches bei Koliken und Schmerzen eingesetzt wird. Es ist ein klassisches Gewürz der ayurvedischen Küche und vor allem bei blähenden Speisen eingesetzt.

Kräuter und Gewürze zählen nicht nur zu den Grundpfeilern der asiatischen, sondern auch der hiesigen Naturheilkunde. Kreuzkümmel wird oft in gemahlener Form gekauft und eingesetzt, jedoch entfaltet es sein ganzes Aroma erst, wenn die frischen Samenkörner selbst gemahlen werden. Er ist dafür bekannt den Appetit und die Darmperistaltik anzuregen und sogar die Sehkraft zu stärken.

Aber wie wirkt denn dieses Gewürz? Soll man es einfach über das Essen streuen und hoffen, dass es etwas ausrichtet? Nicht ganz. Die Eigenschaften des Kreuzkümmels sind unumstritten. Es wird nicht nur in ayurvedischen oder traditionell chinesischen Gerichten verwendet, man kennt es auch aus Omas Küche. Kreuzkümmel sieht seinem verwandten, dem Kümmel sehr ähnlich, unterscheidet sich aber in seinem Aroma. Zu seinen Bestandteilen gehört das Cuminaldehyd, ein Terpen und aktiver Bestandteil des Kernöls, welches dafür sorgt, dass Speichel, Magensaft und Gallensekret verstärkt ausgeschüttet werden. Auf diese Weise unterstützt es die Verdauung. Es gibt sogar zahlreiche in vitro (im Reagenzglas) Studien, die an Zellen in Kultur durchgeführt wurden, welche ihm eine gewichtsreduzierende, antimykotische (Pilze abtötend), stressreduzierende und Blutdruck senkende Wirkung nachsagen. Die beiden Letzteren wurden sogar in Versuchen mit Ratten nachgewiesen.

Wie wende ich Kreuzkümmel denn jetzt an?

Da Kreuzkümmel zahlreiche Wirkungen hat, wird es auch unterschiedlich zubereitet. Ich nenne euch hier einige Beispiele, wie ihr es Zuhause anwenden könnt.

In der traditionell ayurvedischen Küche, werden die ganzen Körner oft in Ghee (Butterreinfett) angeröstet, bevor das Gemüse hinzugegeben wird. Vor allem Kohlgerichte und Gerichte mit Hülsenfrüchten werden so zubereitet. In Currypulver oder Garam Masala ist er eigentlich immer zu finden. Er lässt sich also hervorragend mit anderen Gewürzen kombinieren. Bei akuten Verdauungsbeschwerden, wird Cumin aber einfach gekaut. Dafür nimmt man einen flachen Teelöffel der Körner nach dem Essen in den Mund und kaut eine ganze Weile darauf herum, bevor man den Brei wieder ausspuckt.

Darüber hinaus kann man zum Beispiel einen Tee zubereiten. Dafür kann man entweder einen Teelöffel ganzer Körner mit ca. 200ml Wasser in einem Topf aufkochen, bis das Wasser leicht bräunlich wird. Anschließend gießt man den Sud ab und lässt ihn etwas abkühlen bevor man ihn trinkt. Wer gerade keinen Herd zur Hand hat, kann die Körner zermahlen und mit kochendem Wasser übergießen. Nach zehn Minuten Ziehzeit wird der Sud getrunken.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin etwas Kreuzkümmel-Pulver mit Honig zu vermengen und einzunehmen. Dies soll vor allem bei Verstopfung helfen.

Als Energiespender wird ein Teelöffel Cumin in einer Pfanne ganz kurz erhitzt, bevor er zusammen mit einem weiteren Teelöffel Kandiszucker zermahlen wird. Zweimal täglich wird diese Portion eingenommen. Kinder nehmen die Hälfte.

Wem der frische Kümmel als ganzes Korn zu intensiv ist, der kann zunächst auf den gemahlenen Kümmel zurückgreifen, um sich an den Geschmack zu gewöhnen.

Im Ayurveda ist es dafür bekannt Vata und Kapha zu senken und Pitta anzuregen. Außerdem hilft er bei Durchfall, Magenschmerzen und Heiserkeit. Er soll auch Fieber kurieren, welches durch Vata und Kapha ausgelöst wurde. Die Eigenschaften des Kreuzkümmels sind heiß, scharf, leicht und trocken. In der chinesischen Medizin wird Kreuzkümmel vor allem bei Verdauungsblockaden angewendet, das heißt bei Kälte in der „Mitte“ und um Milz und Niere zu tonisieren. Außerdem zur milchbildenden Anregung für stillende Mütter.

Ihr findet Kreuzkümmel mittlerweile in jedem Supermarkt, im Asialaden oder bevorzugt im Bioladen eures Vertrauens.

Nicoletta Czechowska

Biologin mit Schwerpunkt Neurobiologie, Bloggerin, Mama und selbsternanntes Organisationstalent

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